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Verantwortung im Blick – Unternehmertag am Jugendseminar

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 – Ein Bericht von Sophie, Jugendseminaristin –

Viele interessierte Menschen aus den verschiedensten Kulturen, die motiviert sind, etwas in der Welt zu bewegen, kommen ins Jugendseminar, um zu finden, wonach sie suchen. Das Jugendseminar macht Lust aufs Leben und gibt Energie und Motivation, beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten ernst zu nehmen.

Am 29. Juni fand in diesem Sinne ein Unternehmertag am Jugendseminar statt, zu welchem verschiedene UnternehmerInnen eingeladen wurden, um das Konzept des Jugendseminars kennenzulernen und sich gemeinsam mit uns, den SeminaristInnen, über Fragen moderner und zeitgemäßer Bildung auszutauschen. Schwerpunktmäßig befassten wir uns mit dem Thema „Verantwortung“ und beleuchteten es von verschiedenen Seiten.

Wir bereiteten eine kleine Aufführung vor, bei der wir Teile aus der Bothmergymnastik, der Sprachgestaltung und Eurythmie zeigten, um Einblicke in die Arbeit und Stimmung am Seminar zu geben. Wir waren erfreut darüber, wie groß das Interesse bei den Unternehmern für unsere Arbeit war.

Bei einer geführten Reflexion des Unternehmensberaters Christian Czesla, unterhielten wir uns in Kleingruppen über die Frage „Wo hast du in deiner persönlichen Biographie Verantwortung für andere Menschen, Leben, Gesellschaft, etc. übernommen?“ Von Beginn an fand ein reger Austausch zwischen DozentInnen, UnternehmerInnen und uns SeminaristInnen statt.

„…ich konnte die UnternehmerInnen so viel persönlicher kennenlernen und ihre Motive besser verstehen.“

„Es war sehr sympathisch, dass meine Anmerkungen nicht ungeduldig abgetan wurden, sondern zu einer Diskussion angeregt haben und dass Themen wie Kapitalismus und Ausnutzung in unserer heutigen Zeit thematisiert wurden. Die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen aller konnten in die Gespräche miteinfließen.“

Der Vortrag von Beat Schürpf über neue Arbeitswelten im Zeitalter der Digitalisierung, in welchem er sein Unternehmen vorstellte, hat mich am meisten beschäftigt. Die Firma Witzig hat ihren Sitz in der Schweiz, entwirft Arbeitsräume sowie Büros für größere Unternehmen und stellt die Frage nach der Trennung von Berufs- und Privatleben neu, in dem sie Orte schaffen, die Verbundenheit und Wertschätzung ausstrahlen und zum Austausch einladen sollen. Die Büros und Räume einer Firma möglichst transparent, gemütlich und offen zu gestalten, ist ein schöner, moderner und liberaler Gedanke, wenn es nicht die vorgeschobenen Gründe der Großkonzerne sind, um die Motivation zu verbergen, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, in denen Menschen sich möglichst wohl fühlen, um dann einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen.  Es war sehr sympathisch, dass meine Anmerkungen nicht ungeduldig abgetan wurden, sondern zu einer Diskussion angeregt haben und dass Themen wie Kapitalismus und Ausnutzung in unserer heutigen Zeit thematisiert wurden. Die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen aller konnten in die Gespräche miteinfließen.

Am Nachmittag fand ein World-Café statt, das von Sybille Engstrom, Geschäftsführerin bei der Firma Ostheimer, moderiert wurde. Es war gut aufgebaut und hat geholfen, wichtige Aspekte von Verantwortungsbewusstsein, gesellschaftlichen Fragen und Fähigkeitsbildung zu entdecken und in kleinen gemischten Gruppen zu bewegen. Nach jeder besprochenen Frage wurde das gewonnene Gedankengut mit allen noch einmal zusammengetragen bevor die kleinen Gruppen neu durchgemischt wurden, um mit anderen Menschen im Raum über eine andere Frage zu diskutieren und sich auszutauschen. Ich konnte die UnternehmerInnen so viel persönlicher kennenlernen und ihre Motive besser verstehen. Die Fragen unserer Gäste an uns, ihre Diskussionsbereitschaft und ihr aufmerksames Zuhören haben mir gezeigt, dass auch ihrerseits großes Interesse an unserer Arbeit bestand. Am Ende des Tages war der Grundstein geschaffen für neue gemeinsame Projekte, finanzielle Unterstützung von Seiten der Unternehmer und Austausch in Form von zukünftigen Praktika, Jobs und weiteren Unternehmertagen. Ich freue mich auf die nächste Zeit und bin froh zu wissen, dass es erfahrene Menschen in der Wirtschaft gibt, die Wert darauflegen, dass junge Leute aus aller Welt mit Motivation, Kraft und Interesse in das Arbeitsleben starten.