Von Ekaterina Maurer //
Wie hast du dich dazu entschlossen hierher zu kommen?
Bei meiner Hospitation war ich von Anfang an ganz begeistert, weil einfach so viele junge Menschen in einem Haus aus verschiedenen Ländern, jeder für sich anders, zusammenkommen. Und dann war gleich für mich klar: Ja, ich möchte gerne ins Seminar gehen! Und das hatte ich dann auch gemacht. Das war 2000/ 2001. Ich habe drei volle Trimester gemacht.
Was hast du aus deiner Seminarzeit mitgenommen?
Ich habe Offenheit mitgenommen. Einfach, dass man jedem Menschen offen begegnen kann und sollte, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und dass jeder was mitbringt. Die Zeit war sehr bereichernd. Ich habe wirklich tolle Menschen kennengelernt und wirklich kann ich sagen, Freunde fürs Leben gefunden! Ich habe immer noch ein paar Menschen, mit denen ich bis heute befreundet bin!
Und natürlich habe ich auch sehr viel für mich mitgenommen. Ich bin einfach nach diesem Jahr sehr gestärkt und selbstbewusst rausgekommen. Ich hatte da Zeit für mich, um klar zu werden, meine Gedanken zu sortieren, Anthroposophie näher kennenzulernen, tolle Menschen zu begegnen, Offenheit zu lernen für verschiedene Kulturen und Menschen.
Wie hat sich dein Leben weiterentwickelt? Wie hat die Zeit hier dein Leben beeinflusst?
In der Zeit vom Jugendseminar habe ich dann die Möglichkeit gehabt immer wieder im Waldorfkindergarten zu hospitieren, um reinzuschnuppern und dann stand für mich fest: Ja ich möchte Waldorferzieherin werden und ich habe dann auch im Anschluss nach dem Jugendseminar meine Ausbildung an dem Waldorferzieher Seminar in Stuttgart meine Ausbildung gemacht und bin seit 2004 eine staatlich anerkannte Waldorf Erzieherin. Ich habe dann viele Jahre im Waldorf Kindergarten gearbeitet bis ich irgendwann mal, dann auch was anderes sehen wollte und arbeite jetzt seit 2015 bei der Stadt Stuttgart im Jugendamt in einer vollstationären Einrichtung. Das sind Einrichtungen, wo die Kinder und Jugendliche leben, die nicht zu Hause leben können, sollen oder dürfen. eit 2023, also jetzt seit fast zwei Jahren bin ich Inhaberin der Heidehofbuchhandlung. Das ist mein Herzensanliegen!
Was war ein witziger Moment in deiner Seminarzeit?
Leider habe ich jetzt keinen lustigen Moment aus dem Jugend Seminar, denn es waren wirklich viele. Die Zeit war sehr fröhlich und wir hatten viel Spaß. Aber ich weiß, dass die Zeit wirklich eine sehr bereichernde, schöne Zeit war, in der man einfach viel Zeit hat für sich: Was möchte ich machen, wo komme ich her, wo möchte ich hin? Und ich sag auch zu den jungen Menschen, wenn man die Mög lichkeit hat, so eine Orientierung zu machen, ist das wirklich goldwert. Und ich weiß, dass es ein Privileg ist, an dem Jugendseminar gewesen zu sein. Und ich weiß, dass sich das nicht alle junge Menschen leisten können. Aber soweit es geht, soll jeder so eine Orientierung machen. Es ist einfach sehr gut.