Da ich gerade in meinem ersten Trimester bin, habe ich vor nicht allzu kurzer Zeit den Kurzbiografieabend selber miterlebt bzw. selber meine Kurzbiografie erzählt.
Dafür ist dieser Abend nämlich:
Sich im ersten Trimester den anderen SeminaristInnen und DozentInnen, in einem sehr sicheren und gemütlichen Umfeld, vorzustellen. Da dies für jeden eine individuelle Erfahrung ist, kann ich nicht für uns alle sprechen. Aber ich kann dir ein bisschen davon erzählen, wie es für mich war.
Wir durften als erstes Trimester alle zusammen unten im 2. Stock im Wohnzimmer warten, bis jeder von uns ein Kerzenlicht bekommen hatte. Wir folgten anschließend dem wunderschönen Gesang hoch ins Atelier und wurden dort von den anderen SeminaristInnen und DozentInnen herzlich in einen gemütlichen Sitzkissenkreis aufgenommen. Jeder von uns durfte sich nach und nach die in der Mitte stehende Sanduhr abholen und dann ungefähr zehn Minuten über sich erzählen. Man ist sehr frei in dem, was man sagen kann. Ich erinnere mich, dass bei manchen von uns die Zeit scheinbar verflog. Bei anderen war es ein Warten, bis das letzte Sandkorn herabrieselte und bei ein paar passte die Zeit genau. Das unterstreicht noch einmal, dass jeder ganz individuell so viel erzählen kann, wie es sich für ihn richtig anfühlt, alles ist willkommen. Nachdem man geendet hat, wird vielleicht noch die ein oder andere interessante Nachfrage gestellt und dann darf man die Sanduhr wieder in die Mitte stellen.
Als alle geendet hatten, merkte man, wie sich eine sehr schöne Stimmung im Raum ausgebreitet hatte: Verbundenheit. Es wird gratuliert, Umarmungen ausgetauscht und Gespräche entstehen.
Für mich war es ein ganz besonderer Abend, denn nach diesem hatte ich nicht mehr das Gefühl eine „Fremde“, sondern ein Teil der Gemeinschaft zu sein, die mich nun auch schon ein Stückchen besser kennengelernt hat.