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Gemeinsames Musizieren

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Im Jugendseminar gibt es viel Musik.

Jeden Morgen wachen wir mit Musik auf und nach dem Frühstück singen wir gemeinsam, um den Tag zu beginnen.

Wir haben hier eine Menge Instrumente, wie zum Beispiel sechs Klaviere, ein paar Gitarren, Trommeln, Flöten, Klangschalen, Glocken, Klangfrösche und einiges mehr.

Aber vor allem hat jede*r Seminarist*in ein eigenes Instrument, das er hier im Chorunterricht einsetzt. Nach dem Aufwärmen beginnt das richtige Singen. Und das ist eine sehr angenehme Überraschung, wenn man es zum ersten Mal hört. Nach ein paar Lektionen, es geht eigentlich schnell, wird man schon die meisten Lieder kennen. Es ist natürlich nicht so einfach, sofort mitzusingen, aber man sollte sich nicht entmutigen lassen und einfach zunächst leise mitsingen, bis man sich sicher genug fühlt, um in voller Lautstärke mitsingen zu können.

Nach einer Weile wird man vielleicht feststellen, dass man schon am ersten Ton erkennt, welches Lied gesungen wird. Die wirklich Fortgeschrittenen können sogar schon an Marcos Gesicht erkennen, welches Lied kommt. Irgendwann kann man auch im Halbschlaf mitsingen. Man weiß dann, wann man sitzen oder stehen muss, wann was gesungen wird und wann es Zeit für einen Witz von Marco, unserem Seminarleiter, ist.

Jede*r Seminarist*in bringt auch Musik aus seiner eigenen Kultur mit und es macht großen Spaß, gemeinsam zu improvisieren. Manchmal gibt es einen Open-Stage-Abend, an dem wir Musik, Poesie, Theater, Tanz oder was auch immer wir wollen, präsentieren können.

Das Schöne an dem Seminar ist, dass es im Haus sehr hellhörig ist. So kann man die ganze Musik, die im Haus gemacht wird, genießen – auch wenn man schlafen möchte oder gerade einen ruhigen Moment braucht.

Zum Glück gibt es die Regel, dass unter der Woche zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Ruhe herrschen muss. Ansonsten vertrauen wir einfach auf das Fingerspitzengefühl und die Empathie der anderen, um uns nicht zu sehr zu stören.

Musik bedeutet für mich eine Art Vertiefung der Gefühle.

Das gemeinsame Musizieren ist nicht immer einfach, aber wenn es funktioniert, ist es eine sehr schöne Erfahrung. Es zeigt eine Verbindung zwischen Menschen. Etwas, das jeder erleben kann. Manche sind dafür sensibler als andere, aber im Grunde kann der Mensch seine Existenz durch Musik erfahren. Man könnte sagen, dass Musik das Leben ein bisschen interessanter macht.