Von Viggo //
Aus Schweden kam ich ans Jugendseminar. Die neuen Eindrücke waren viele. Es hat ein paar Wochen gedauert, in meiner neuen Situation zu landen, zu verstehen, wie alles funktioniert und mich an die deutsche Sprache zu gewöhnen.
An das Seminar kommen junge Menschen mit verschiedenen Niveaus der Deutschen Sprache.
Manche mit Deutsch als Muttersprache und andere, zum Beispiel wie ich selber, mit nur Grundkenntnissen vom Deutschen. Am Anfang kann es sich schwierig anfühlen, aber mit der Zeit kommt man rein und nach einem bestimmten Punkt wird alles ganz natürlich.
Ein interessantes Phänomen, das ich vorher nicht so stark erlebt habe, ist, wie sich Freundschaften im Gleichschritt mit der Steigerung des Sprachniveaus entwickeln. Am Anfang geht es in den Gesprächen hauptsächlich zum Beispiel darum, ob man Hunger hat oder nicht. Aber mit der Zeit gehen die Gespräche um tiefere Themen, wie zum Beispiel Liebe. Und auf diese Weise lernt man mit der Zeit seine Freunde besser und tiefer kennen.
Das Zusammenwohnen und Studieren mit anderen jungen Menschen aus aller Welt ist wirklich eine besondere Erfahrung.
Man verbringt viel Zeit miteinander, und letztendlich werden Menschen, die am Anfang ganz fremd waren, irgendwie zu deinen Geschwistern.
Das finde ich sehr schön. Wir sind alle auf unterschiedliche Weise verschieden, weil wir aus so vielen verschiedenen Orten und Kulturen kommen. Gleichzeitig haben wir alle etwas gemeinsam: Ein Interesse, uns zu entwickeln, zu verstehen, wer wir eigentlich sind und unsere Aufgabe in der Welt zu finden.
Das gibt eine unglaubliche Möglichkeit, durch die Unterschiedlichkeit voneinander zu lernen. Ich glaube, das ist eine unglaublich wichtige Erfahrung, die man ins Leben nach dem Seminar mitnehmen kann.