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Erste Begegnungen mit der Eurythmie

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Von Moritz //

INTENSIV

Dieses Wort begleitet mich in meinem ersten Trimester am Jugendseminar ständig. Und dieses „Intensiv“ begann bei mir so richtig mit der ersten Unterrichtswoche in Eurythmie. Vor der Bekanntschaft mit dem Jugendseminar hatte ich keinerlei Kontakt zu Eurythmie. Als ich bei meiner Hospitation dieses „Schreiten und Wedeln“ zum ersten Mal sah, war ich überzeugt, es wäre eine Art von Tanz, bei dem man auf strenge Weise exakte und taktgenaue Bewegungen und Gehwege einstudierte, um sie dann bei einer Aufführung bestmöglich wiederzugeben. Während meines bisherigen Lebens habe ich immer wieder versucht, verschiedene Tänze zu erlernen, aber mir fiel es sehr schwer, mich hinzugeben und mich locker zu Rhythmus und Melodie zu bewegen. So befürchtete ich, dass auch das Fach Eurythmie für mich eine Herausforderung sein würde; ich war aber auch fest gewillt, mich dieser Herausforderung zu stellen. 

Und dann war ich endlich in der ersten Eurythmie-Stunde: was für eine Offenbarung! Wir lernten einfache Grundübungen wie zum Beispiel: Was nehme ich wahr, wenn ich den Laut „I“ mit dem ganzen Körper fühlen möchte; und wie drückt sich dann mein Gefühl durch meinen Körper aus? Oder wie möchte ich durch den Raum schreiten, wenn die Musik schneller oder langsamer ist, tiefe oder hohe Töne gespielt werden? Werden meine Schritte schnell, langsam? Bewege ich mich schwer, stampfend oder leicht, hüpfend? Und was nehme ich wahr, wenn ich nur in Geraden durch den Raum gehe oder nur in welligen Bewegungen? Was erlebe ich, wenn ich in einem Kreis oder einer Spirale laufe?
Es fiel mir erstaunlich leicht, mich auf die so einfach wirkenden Übungen einzulassen, und erleichtert hatte ich den Eindruck, dass es dabei nicht ausschließlich um strenges Einstudieren von vorgegebenen Formen ging, sondern viel mehr das Fühlen im Vordergrund stand. Ich verspürte, dass es bei den Übungen vorerst einmal darum ging, auf die eigene Wahrnehmung von Tönen, Lauten, meinem Körper und meinem Raumgefühl zu achten und zu vertrauen. Und dadurch entstanden durch mich selbst Bewegungen und Formen im Raum wie von alleine!
Dies zeigte sich dann auch, als wir uns mit den Bewegungen für unsere zwei Aufführungen beschäftigten: Die Dozenten Ella und Loriana haben uns im anfänglichen Entwicklungsprozess der Formen motivierend eingebunden und wir erforschten selbst, wie jeweils Worte oder ein musikalisches Werk uns beeinflussten und uns bewegend machten. Fleißig arbeiten wir nun daran, und es bereitet mir sehr viel Freude! 

Doch damit nicht genug! Es scheint mir so, also ob ich durch Eurythmie neben dem Ausdruck von Gefühltem durch „Tanz-Bewegungen auch einige Grundgesetze des Lebens an meinem ganzen Körper erlebe! Eine sehr erfüllende Erkenntnis! So war meine erste Begegnung mit dem „Heben-Tragen-Stellen“ überraschend intensiv und voller neuer, berührender Erlebnisse und wertvoller Lehren. Und das war nur die erste Woche mit Eurythmie!