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Der Jugendkurs

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Fenja, Mira //
Jeden Dienstagabend trifft sich eine Gruppe Seminaristen im obersten Raum des Seminars – dem Olymp – für unseren Lesekreis zum „Pädagogischen Jugendkurs“.
Der Jugendkurs ist ein Buch, das eine Reihe von 13 Vorträgen enthält, die Rudolf Steiner vor etwas mehr als 100 Jahren gehalten hat. Diese Vorträge sind spezifisch an die Jugend gerichtet. An die damalige Jugend, aber vor allem auch an die Jugend im Allgemeinen. Der Impuls für den Kurs ging von Hochschulstudenten aus, die einen immer größer werdenden Spalt erlebten zwischen den „akademisch“ orientierten, sich an die veralteten Strukturen der Universitäten anpassenden jungen Menschen und jenen, die der Wissenschaft den Rücken kehrten und sich Gruppierungen wie der „Wandervogel-Bewegung“ anschlossen.
Sie wünschten sich einen Kurs von Steiner, der sich an die junge Generation als Ganzes wenden und thematisch zwischen ihnen eine Brücke schlagen sollte. 
Die zugrunde liegende Frage dafür sollten sie selbst miteinander herausarbeiten, was sich als ein nicht allzu leichtes Unterfangen herausstellte, bei all ihren Unterschiedlichkeiten … aber das ist eine andere Geschichte.
Unsere Jugendkursgruppe wurde vor etwa einem Jahr gegründet und ging von den Seminaristen selbst aus. Jeder, der teilnimmt, tut dies aus freiem Willen und eigenem Impuls. Ich glaube, das ist einer der Gründe für die besondere Atmosphäre im Jugendkurs.
Ein großer Unterschied zwischen diesem Lesekreis und denen zur „Theosophie“ und zur „Philosophie der Freiheit“ ist, dass es hier niemanden gibt, der die Führung hat und sich so auskennt, wie Marco es normalerweise tut. Wir sind alle auf der gleichen Ebene und arbeiten gemeinsam daran, zu verstehen, was gemeint ist. Das ist manchmal sehr herausfordernd, aber es macht auch sehr viel Spaß, denn es entsteht immer ein offener Raum, um Fragen zu stellen und zu diskutieren. Manchmal passiert es sogar, dass wir eine halbe Stunde über die Bedeutung von einem spezifischen Wort diskutieren. Die Themen, auf die wir dort stoßen, lassen sich immer mit den eigenen Erfahrungen verknüpfen und ergänzen die weitere inhaltliche Arbeit am Seminar perfekt.
Der Jugendkurs ist so viel mehr, als ein normaler „Lese“-kreis, denn die gemeinsame Arbeit ergibt so viel Kraft und Inspiration und die Atmosphäre ist oft fast magisch. In mancherlei Hinsicht könnte man sagen, die Vorträge sind durchzogen von der Sehnsucht der jungen Menschen nach einer Wiederverbindung zwischen Herz und Kopf und dem mutigen sich-Hineinstellen in die Wahrhaftigkeit.