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Jeder kennt die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer, welche eng mit den Lehren der vier Temperamente verbunden sind. Sie stammen aus der antiken Medizin und haben ihren Ursprung im noch früheren antiken Griechenland. Diese Lehren prägten die Medizin bis in das 17. Jahrhundert, ebenso die Philosophie und Theologie, später dann auch noch die Psychologie und Pädagogik.
Kurz heruntergebrochen die vier Temperamente:
Die Erde, die dem Melancholiker zugeschrieben wird, hat ihre Qualität in der Genauigkeit, der Exaktheit, also zum Beispiel der Pünktlichkeit. Ebenso liegt sein Talent im Denken, das meist auch tief in der Philosophie verankert ist. Der Melancholiker ist aber nicht gerade der Stärkste im Sozialen, dort ist er eher zurückhaltend. Auch hat er eine starke Tendenz zum Pessimistischen, worin die Depression wiederum nicht weit entfernt liegt. Er wird oft als eine Mischung aus Trauer und Perfektionismus dargestellt.
Der Phlegmatiker, dessen Element das Wasser ist, wird ebenfalls als eher introvertiert dargestellt. Er ist aber der Beste der vier, wenn es um jeglichen Genuss geht, sei es in der Ernährung, bei einer zufriedenstellenden Arbeit, oder einfach in der absoluten Gegenwart. In seinem Kopf spielt sich immer irgendeine zufriedenstellende Melodie ab. Er ist allerdings nicht gerade für seine Zuverlässigkeit bekannt.
Der luftige Sanguiniker sprüht vor Lebensfreude, Energie und sozialer Intelligenz. Er ist überall und nirgendwo. Dort, wo er ist, wird gelacht und alles Drumherum wird vergessen. Was aber ein zweischneidiges Schwert darstellen kann. Man kann ihn als absoluten Optimismus sehen.
Das Feuer wird dem Choleriker zugeschrieben, welcher vor Tatendrang nur so sprüht. Er kann Menschen gut zur Arbeit motivieren und ist deshalb auch gut darin, in Führungspositionen zu arbeiten. Wenn es allerdings nicht nach seinen Vorstellungen läuft, hat er schnell seine starken Emotionen nicht mehr im Griff und bereut anschließend oft gesagte/getane Dinge.
Jeder Mensch hat glücklicherweise alle vier Temperamente in sich, allerdings sind diese in verschiedenen Intensitäten in jedem Menschen verankert. Eines der vier ist meist am stärksten ausgeprägt. Zudem werden in verschiedenen Lebens- und Alltagssituationen unterschiedliche Temperamentqualitäten/-schwächen bei jedem aktiviert. Zum Beispiel bei einer sozial schwierigen Situation, der Jobsuche oder einer misslichen Lebenslage.
Jetzt ist es sicherlich nicht mehr allzu schwer, sich vorzustellen, wie eine Gemeinschaft mit rund 35–40 Menschen aussehen kann. Ein Lernfeld für jedermann. Der eine darf pünktlicher kommen, der andere sich in Gelassenheit der zu spät kommenden üben, der nächste darf sich mehr in soziale Kontakte stürzen, etc. Somit haben wir alle Qualitäten vertreten, sind aber auch mit vielen Herausforderungen konfrontiert.
Ein Glück, dass uns die Temperamente nicht einfach gegeben wurden und wir jetzt damit leben müssen. Auch hier gibt es ein tolles Entwicklungspotenzial.